mieze medusa
FREISCHNORCHELN
mit 4 Illustrationen von Miriel Zeiner
Milena Verlag (September 2008)
ISBN 978 3 85286 167 8
EUR 15,90
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Sommer in der Stadt. Alles lichtdurchflutet und im Fluss. Nur
die Fließrichtung stimmt nicht. Da das Schwimmen gegen den Strom nicht
klappt, übt sich Nora Klein im Kopf über dem Wasser halten. Dieses
ist leider im Steigen begriffen: Rechnungen und Steuerzahlungsnachforderungen
trudeln ein, Aufträge für die junge, selbständige Grafikerin
sind aber Mangelware.
Raubzüge öffentlicher Büffets und Plündern von Werbeständen
mit gratis Joghurtdrinks garantieren das Leben im Alltag trotz Dauerflaute
im Portemonnaie. Die Existenzangst wird mit Sonnenbaden, zurückgeschraubten
Ansprüchen und Zimmeruntervermietung bekämpft, bis Nora beschließt,
dass auch ihr Privatleben neue Impulse benötigt.
Der One-Night-Stand mit ihrem Verehrer und Auftraggeber Frank sorgt prompt
für mehr Abwechslung als sie sich wünscht ...
Pressefeedback trudelt ein und ist hier
nachzulesen!
Textprobe
„Unser erstes Date und ich liege mit Frank im Bett, genieße
die Küsse, freue mich über die Absenz seiner Hände und bin
mir nicht im Klaren, ob ich ihn eigentlich mag. Er hustet, als hätte
er einen meiner Küsse in die Luftröhre bekommen.
„Nora“, sagt er, „erklär mir was.“
„Hmm“, sage ich.
„Warum bist du hier? Du magst mich ja nicht mal.“
Schön langsam wird mir Frank unheimlich. Ich zucke die Achseln. „Sicher
mag ich dich“, sage ich ohne Überzeugung.
„Komm schon“, sagt er, „du brauchst mir nichts vormachen.“
Ich denke darüber nach. Mir fällt kein Grund ein, außer
vielleicht, dass Frank mit dem Rad zum Date gekommen ist.
„Neugier“, antworte ich schließlich, „außerdem
bist du mit dem Rad zum Date gekommen. Und dann das Hausboot.
Ich mag das Wasser.“
Frank nickt. Er mag das Wasser auch. Die Erklärung scheint ihm zu reichen.
Mir nicht, eine Ansammlung von Wassertropfen kann nie der Grund für
Küsse sein, denke ich noch und docke schon wieder mit den Lippen an
seinem Schlüsselbein an.“

Danke, Miriel Zeiner, für die Illustrationen!